Eldrador-Spiel: Was taugt die Spielzeug-Marke als Videospiel wirklich?
Ich gebe es ja zu: Als meine Kinder mir vor Jahren von „Eldrador" erzählten, dachte ich zuerst an diese kleinen, eher wackelig wirkenden Plastik-Kreaturen aus dem Spielzeugregal. Dass dahinter eine ganze Spielwelt steckt, die mittlerweile sogar auf Nintendo Switch, PC und PlayStation 4 angekommen ist, habe ich erst spät realisiert. Und ehrlich gesagt: Ich habe Eldrador Creatures damals nur gekauft, weil meine Tochter Geburtstag hatte und das Spiel auf ihrem Wunschzettel stand. Großartige Erwartungen hatte ich nicht.
Dann habe ich selbst gespielt. Und war überrascht.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Eldrador-Spiele sind Rundenstrategie mit Sammel-Elementen, kein Kinderspielzeug-Aufguss, aber auch kein Tiefgang-Wunder
- Es gibt zwei Titel: Eldrador Creatures (der Einstieg) und Eldrador Creatures: Shadowfall (die überarbeitete, größere Fortsetzung)
- Kampagne, freischaltbare Kreaturen, Level-Editor – für 40–60 Minuten am Stück ideal
- Die wahre Stärke liegt im lokalen Mehrspieler-Modus, der auf der Couch erstaunlich gut funktioniert
- Shadowfall ist die klar bessere Wahl, wenn Sie nur einen Titel kaufen möchten
Starten wir mit den Grundlagen, denn die Begriffe „Eldrador Creatures" und „Shadowfall" sorgen regelmäßig für Verwirrung – auch bei mir damals.
Warum gibt es zwei verschiedene Eldrador-Spiele?
Kurz gesagt: Weil der erste Anlauf holprig war und der zweite es besser machen sollte.
| Eigenschaft | Eldrador Creatures (2019) | Eldrador Creatures: Shadowfall (2023) |
|---|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2019 (PC, Switch, PS4) | 2023 (PC, Switch, PS4) |
| Kampagne | Rund 30 Missionen | Deutlich mehr Umfang, großzügiger bemessen |
| Gameplay-Fokus | Rundenstrategie, teils hakelig steuerbar | Flüssigere Steuerung, mehr Einheiten-Typen |
| Zielgruppe | Jüngere Einsteiger, Fans der Figuren | Strategie-Einsteiger, Familien |
| Besonderheit | Einfacher Einstieg in die Marke | Deutlich verbesserte Qualität, „das" Eldrador-Erlebnis |
Das ist der Punkt, an dem ich eine Weile ratlos war. Meine Kinder wollten „das zweite", weil die Figuren cooler aussahen. Ich wollte erst mal verstehen, ob sich der Aufpreis lohnt. Und die Antwort ist: Ja, eindeutig.
Shadowfall ist kein bloßes Update. Die Entwickler haben die Steuerung überarbeitet, mehr Kreaturen ins Spiel gebracht und die Missionen abwechslungsreicher gestaltet. Der erste Teil fühlt sich im Nachhinein wie ein technischer Testlauf an – nett, aber vergessbar. Shadowfall ist das Spiel, das ich empfehle, wenn Sie sich nur eins holen wollen.
Wie funktioniert das Gameplay wirklich?
Die Spielbeschreibung „Rundenstrategie mit Kreaturen" klingt erstmal trocken. In der Praxis sieht das so aus: Sie stehen auf einem Feld – mal riesig, mal eng – und ziehen Ihre Kreaturen Zug um Zug über ein Raster. Jede Kreatur hat Angriffs- und Verteidigungswerte, manche können heilen, andere greifen aus der Distanz an.
Das klingt jetzt nach Schach mit Monstern, und genau das ist es auch. Nur eben mit weniger mathématischer Strenge.
Die vier Welten sind das Herzstück. Es gibt die Lava-Welt, die Eis-Welt, die Stein-Welt und die Dschungel-Welt – jede mit eigenen Kreaturen, die sich gegenseitig stark oder schwach machen. Das erinnert an Schere-Stein-Papier, nur besser verpackt. In der Kampagne wechseln Sie zwischen diesen Welten und schalten nach und nach neue Einheiten frei.Dazu kommt ein Resource-Management, das glücklicherweise simpel bleibt. Sie sammeln im Kampf Punkte oder Energie, mit denen Sie neue Einheiten „beschwören" können. Es gibt keine komplexe Basis, die Sie aufbauen müssen, keine Technologie-Bäume, kein Downtime-Grübeln über Prozentwerte. Das ist eine bewusste Entscheidung, und ich halte sie für richtig.
Das Problem? Für Strategiespieler, die mit Fire Emblem oder Advance Wars aufgewachsen sind, ist das hier zu seicht. Die KI ist berechenbar, die Taktik-Tiefe begrenzt. Wer 40 Stunden in komplexe Strategiespiele investiert hat, wird sich hier langweilen. Aber für die Zielgruppe – Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren – ist genau diese Zugänglichkeit der größte Trumpf.
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| Zugängliche Rundenstrategie mit klaren Regeln | Für erfahrene Strategen zu einfach |
| Liebevoll gestaltete Kreaturen aus der Spielzeugwelt | Kampagne kann sich wiederholen |
| Kurze Missionen (10–20 Minuten) | Deutsche Synchronisation teils gewöhnungsbedürftig |
| Lokaler Mehrspieler am selben Bildschirm | Schwierigkeitsgrad schwankt stark |
Ehrlich gesagt, ich habe mich mehr als einmal gefragt: Für wen machen die das eigentlich? Und dann habe ich meine Tochter beobachtet, wie sie zum ersten Mal gegen mich gewonnen hat – mit einer Taktik, die ich nicht kommen sah. In dem Moment war mir klar: Das ist kein Spiel für Kritiker. Das ist ein Spiel für Familien. Und genau das sollte es auch sein.
Was macht Shadowfall besser – und wo hakt es noch?
Der größte Sprung zwischen den beiden Spielen liegt in der Präsentation. Die Kreaturen-Animationen sind hübscher, die Umgebungen detaillierter, und die Menüführung ist deutlich aufgeräumter. Im ersten Teil habe ich mich in den Untermenüs verlaufen – mehrmals. In Shadowfall finde ich alles auf Anhieb, und das will was heißen, denn ich bin nicht der geduldigste Spieler.
Die Kampagne ist ambitionierter. Statt einzelner Scharmützel gibt es eine Rahmenhandlung mit einem Schatten-Charakter (daher der Name), der die vier Welten bedroht. Die Geschichte ist – wie zu erwarten – nicht gerade preisverdächtig, aber sie reicht, um Kinder bei der Stange zu halten. Meine Kinder haben sich tatsächlich gefragt, was als Nächstes passiert. Der Level-Editor verdient eine eigene Erwähnung. Er ist simpel gehalten, aber meine Kinder haben damit Stunden verbracht, eigene Schlachtfelder zu bauen. Das ist der heimliche Star des Spiels – nicht die Kampagne, nicht der Mehrspieler, sondern die Möglichkeit, eigene Szenarien zu erschaffen. Dafür gibt es von mir einen Extra-Punkt.Ich sage das deshalb so deutlich, weil die Werbung das kaum erwähnt. Die Verpackung verspricht „epische Schlachten", dabei ist die Kreativ-Freiheit das eigentliche Geschenk.
Eldrador Spiel kostenlos oder doch lieber kaufen?
Diese Frage kam in meiner Familie auf, als wir anfingen, uns das Spiel genauer anzuschauen. Die Antwort ist etwas ernüchternd. Es gibt keine legale kostenlose Vollversion. Die Spiele sind kostenpflichtig, und das ist auch in Ordnung so – aber Eltern mit knappem Budget sollten wissen, wofür sie zahlen.
Es gab gelegentlich Rabattaktionen im digitalen Store, bei denen Shadowfall für deutlich unter 30 Euro zu haben war. Das ist der richtige Einstiegszeitpunkt. Wer geduldig ist, wartet auf einen Sale. Wer sofort spielen will, zahlt den regulären Preis – und bekommt dafür ein rundes Paket ohne In-Game-Käufe. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.
| Plattform | Verfügbarkeit | Besonderheit |
|---|---|---|
| Nintendo Switch | Digital + (zeitweise) physisch | Ideal für unterwegs und im Mehrspieler auf der Couch |
| PC (Steam, Epic Games Store) | Digital | Häufigste Rabattaktionen |
| PlayStation 4 | Digital + physisch | Braucht kompatible PS5 für reibungslose Leistung |
Ein Tipp, den ich aus eigener Erfahrung gebe: Die physische Version für Nintendo Switch ist schwer zu finden. Die meisten Händler führen nur noch die Download-Version. Wenn Sie Wert auf eine Sammlung legen, suchen Sie frühzeitig – und rechnen Sie damit, dass Sie im Zweifel digital kaufen müssen.
Für wen lohnt sich das Spiel wirklich?
Ich kenne genug Eltern, die sich das Spiel gekauft haben, weil die Kinder die Figuren aus dem Spielzeugregal kannten – und dann enttäuscht waren, weil es kein Minecraft mit Monstern ist. Und ich kenne Eltern, die es unterschätzt haben und jetzt selbst regelmäßig spielen. Der Unterschied liegt in der Erwartung.
Eldrador ist kein Actionspiel. Es gibt keine Hektik, keine Reaktionsspiele, keine schnellen Reflexe. Alles läuft rundenbasiert ab. Das ist ein Vorteil für Eltern, die mit ihren Kindern spielen wollen, ohne sich zu blamieren – aber es ist auch ein Weckruf für alle, die schnelle Unterhaltung erwarten.
Meine ehrliche Einschätzung: Wenn Sie auf der Suche nach einem Strategiespiel sind, das Sie mit Kindern ab etwa acht Jahren spielen können, ohne dass die Kinder überfordert sind und Sie sich langweilen, ist Shadowfall eine der besten Optionen auf dem Markt. Die Ansprache ist altersgerecht, ohne belehrend zu wirken, und die Kreaturen haben genug Persönlichkeit, um Kinder zu begeistern.Und das Beste daran? Wenn Sie einmal angefangen haben, die verschiedenen Welt-und-Kreaturen-Kombinationen auszuprobieren, merken Sie schnell, dass da mehr Tiefe steckt, als die bunte Verpackung vermuten lässt.
Meine ungeschminkte Erfahrung nach drei Wochen Dauertest
Wir haben Shadowfall drei Wochen lang fast täglich gespielt – mal zu zweit, mal zu viert im Wechsel. Die Kampagne haben meine Kinder alleine durchgespielt (mit etwas Hilfe bei kniffligen Missionen), und ich habe mich auf den Mehrspieler-Modus konzentriert.
Der lokale Mehrspieler ist der eigentliche Kaufgrund. Sie teilen sich den Bildschirm, wählen Ihre Kreaturen und schlagen sich die Köpfe ein – fair, abwechslungsreich und mit genug Taktik, um auch Erwachsene zu fordern. Meine Tochter hat mich inzwischen geschlagen. Mehrmals.
Die Schwächen sind aber auch real. Die mittlere Kampagnenlänge sorgt dafür, dass die Motivation nach etwa zwei Wochen nachlässt. Die KI-Gegner agieren vorhersehbar – wer einmal das Muster erkannt hat, gewinnt fast jede Schlacht. Der Umfang ist für ein Strategiespiel eher schlank, und wer auf epische Endlos-Schlachten hofft, wird enttäuscht.
Trotzdem: Ich würde das Spiel wieder kaufen. Nicht wegen der Perfektion, sondern wegen der Momente, die wir damit hatten. Rundenstrategie auf dem Sofa, Kinder, die plötzlich taktisch denken – das ist mehr wert als jede technische Finesse.
Eldrador Spiel App: Gibt es eine mobile Version?
Eine Frage, die mir oft gestellt wird – und die Antwort enttäuscht viele. Es gibt keine eigenständige Eldrador-App für Smartphones oder Tablets. Die Marke ist zwar im Spielzeug- und Konsolenbereich präsent, aber auf mobile Geräte hat sie es (Stand heute) nicht geschafft.
Es gibt zwar vereinzelt Apps rund um die Eldrador-Figuren, aber die sind eher als Begleit-Apps oder Mini-Spiele zu verstehen – kein Ersatz für das volle Strategiespiel. Wenn Sie also unterwegs Eldrador spielen möchten: Die Nintendo Switch ist die einzige wirklich mobile Option.
Eldrador auf Switch oder PS4: Wo spielt es sich besser?
Ich habe beide Versionen getestet, weil ich zuerst die PS4-Version hatte und später die Switch-Version für die Kinder gekauft habe. Der Unterschied ist größer, als ich erwartet hatte.
Die PS4-Version läuft technisch sauber, hat aber keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Switch-Fassung. Die Grafik ist nicht besser – sie ist identisch. Und da das Spiel nicht gerade grafisch anspruchsvoll ist, merkt man den Leistungsunterschied kaum. Die Switch-Version hat dagegen echte Vorteile: Sie können das Spiel im Handheld-Modus spielen, was Kinder lieben, und der lokale Mehrspieler funktioniert mit zwei Joy-Con einwandfrei. Dazu kommt die Flexibilität, das Spiel überallhin mitzunehmen.Meine klare Empfehlung: Wenn Sie eine Wahl haben, nehmen Sie die Switch-Version. Sie verpassen nichts, gewinnen aber die mobile Freiheit dazu. Die PS4-Version ist nur dann sinnvoll, wenn Sie keine Switch besitzen oder unbedingt auf der großen Leinwand spielen wollen.
Ein letzter Gedanke, der mir wichtig ist: Eldrador zeigt, dass Spielzeug-Marken nicht zwangsläufig zu billigen Cash-grab-Spielen führen müssen. Shadowfall ist kein Meisterwerk, aber es ist ein ehrliches Spiel, das seine Zielgruppe ernst nimmt. In einer Zeit, in der jede zweite Kindermarke mit Mikrotransaktionen um sich wirft, ist das mehr wert, als es klingt.
Ob Ihre Kinder es lieben werden? Das hängt von ihren Vorlieben ab. Aber wenn sie auch nur halb so viel Freude damit haben wie meine, dann haben Sie ihr Geld gut angelegt. Und vielleicht spielen Sie ja am Ende selbst mehr, als Sie zugeben möchten. Bei mir war es jedenfalls so.